Wintercamping im Kastenwagen – Lachtal, Steiermark

Ehrlich gesagt: Die meisten halten uns für leicht verrückt, wenn wir im Januar den Kastenwagen einpacken und Richtung Steiermark fahren. Aber genau das ist das Schöne daran.

Das Lachtal liegt auf rund 1.000 Metern Seekhöhe im steirischen Murtal, etwa 20 Kilometer südlich von Murau. Kein Riesenski-Ressort, kein Menschenauflauf – dafür echte Winterlandschaft, überschaubare Pisten und Ruhe, die man tatsächlich hören kann.

Hier ist, was wir erlebt haben – und was du wissen musst, bevor du fährst.

Kastenwagen auf einer Brücke im Alpental – unterwegs ins Lachtal

Anfahrt & Parken

Ab Graz sind es gut 1,5 Stunden (ca. 130 km). Die letzten Kilometer über die L502 ins Tal sind kurvig, aber problemlos befahrbar – Winterreifen vorausgesetzt, und die sind in Österreich von November bis April sowieso Pflicht. Schneeketten haben wir nicht gebraucht, aber mitgenommen.

Stellplatz direkt am Skigebiet: Es gibt einen Parkplatz am Talende, auf dem Camper geduldet werden. Keine offizielle Campingfläche, aber im Winter standen wir problemlos. Kosten: 0 €. Strom: keiner. Das ist der Deal.

Übernachten bei -12 Grad – so geht das

Hier kommt der Teil, bei dem die meisten fragen: „Und? War das nicht saukalt?“

Ja. Natürlich.

Unser Kastenwagen hat eine Dieselheizung (Webasto), und die hat die Nacht auf 19 Grad gehalten – während draußen -12 °C waren. Verbrauch: etwa 0,8–1 Liter pro Nacht. Das ist überschaubar.

  • Wasserleitung: Wir fahren im Winter ohne Frischwasser im Tank. Kanister rein, Kanister raus. So friert nichts ein.
  • Kondenswasser: Das größte Ärgernis beim Wintercamping. Lüften, lüften, lüften – auch wenn es wehtut.
  • Schlafsack: Auch mit Heizung – ein guter Schlafsack als Backup kostet nichts und schläft sich wärmer.

Skifahren im Lachtal – für wen ist das was?

Das Lachtal ist kein Ischgl. 25 Pistenkilometer, eine Gondel, ein paar Lifte. Für Freestyler oder Tiefschnee-Jäger ist das nichts. Aber für entspanntes Carven ohne Lift-Schlangen, für Familien, für alle, die einfach mal wieder Spaß auf der Piste haben wollen ohne das ganze Tamtam – ideal.

Tageskarte: rund 38–42 € (Stand 2025). Wochenkarte deutlich günstiger als in den großen Skigebieten.

Ein Geheimtipp: Die Piste 3 (blau, links) ist morgens oft perfekt präpariert und bis 10 Uhr fast menschenleer.

Verpflegung & Infrastruktur

Einkaufen: Im Tal selbst gibt es nichts. Nächster Spar ist in Murau (20 Minuten). Wir fahren eh mit vollgepacktem Kühlschrank an – das gehört beim Kastenwagen-Camping zum Konzept.

Duschen: Das Skigebiet hat Umkleiden. Nicht glamourös, aber funktional. Alternativ: Sporthotel am Talende fragt manchmal, manchmal nicht – einfach nett fragen.

Fazit: Lohnt es sich?

Ja. Eindeutig.

Nicht weil das Lachtal spektakulär ist. Sondern weil es genau das Richtige ist, wenn man Wintercamping ausprobieren will ohne gleich ins Extrem zu gehen. Überschaubar, günstig, ruhig – und die Stille auf dem Parkplatz um 7 Uhr morgens mit Kaffee in der Hand und Schnee auf dem Dach ist schwer zu toppen.

Wir kommen wieder.

Auf einen Blick

  • 📍 Lachtal, 8842 Katsch an der Mur, Steiermark
  • 🚐 Stellplatz: Parkplatz Talstation (kostenlos, kein Strom)
  • ⛷️ Tageskarte: ca. 38–42 €
  • 🌡️ Winter: Temperaturen bis -15 °C möglich
  • ✅ Dieselheizung empfohlen, Winterreifen Pflicht