Archiv des Monats: März 2026

15. März 2026 – Schwanstetten: Zwischen Bot-Bauerei und Familienbesuch

Manche Tage lassen sich nicht so leicht in eine Schublade stecken. Der 15. März war so einer: kein großes Abenteuer, kein fernes Ziel – und trotzdem irgendwie ein Tag, der zählt.

Wir waren in Schwanstetten, einem kleinen Markt im Landkreis Roth, Bayern. Draußen: leichter Regen, 7 Grad, grauer Himmel. Drinnen: Laptopgeklapper und das leise Surren der Heizung.

Kastenwagen-Innenausbau auf einer Messe

Der Vormittag gehörte dem Projekt: ein Bot, der uns das Reisetagebuch künftig abnehmen soll. Klingt vielleicht trocken – ist es aber nicht, wenn man merkt, wie das System langsam Gestalt annimmt. Jede Funktion, die klappt, fühlt sich ein bisschen wie Magie an. Bis sie nicht klappt. Dann fühlt es sich nach Technik an.

Rudi macht es sich gemütlich

Rudi hat das alles mit der ihm eigenen Gelassenheit beobachtet. Kopf auf den Arm gelegt, große Augen, stilles Urteil: Interessant. Aber nicht so interessant wie Gassi.

Am Nachmittag dann der Aufbruch zu den Eltern. Kurze Fahrt, vertraute Auffahrt, der Geruch von selbst gekochtem Essen noch bevor die Tür ganz offen ist. Manches braucht keinen Plan.

Sichtschutzmatten im Baumarkt

Ach ja – auf dem Weg noch schnell in den Baumarkt. Sichtschutzmatten gecheckt. Für den nächsten Stellplatz, irgendwo, irgendwann. Die Vorfreude fängt schon beim Planen an.


Schwanstetten, 15. März 2026 · 7°C · leichter Regen · 0 km Abenteuer, 100% Alltag

Wintercamping im Kastenwagen – Lachtal, Steiermark

Ehrlich gesagt: Die meisten halten uns für leicht verrückt, wenn wir im Januar den Kastenwagen einpacken und Richtung Steiermark fahren. Aber genau das ist das Schöne daran.

Das Lachtal liegt auf rund 1.000 Metern Seekhöhe im steirischen Murtal, etwa 20 Kilometer südlich von Murau. Kein Riesenski-Ressort, kein Menschenauflauf – dafür echte Winterlandschaft, überschaubare Pisten und Ruhe, die man tatsächlich hören kann.

Hier ist, was wir erlebt haben – und was du wissen musst, bevor du fährst.

Kastenwagen auf einer Brücke im Alpental – unterwegs ins Lachtal

Anfahrt & Parken

Ab Graz sind es gut 1,5 Stunden (ca. 130 km). Die letzten Kilometer über die L502 ins Tal sind kurvig, aber problemlos befahrbar – Winterreifen vorausgesetzt, und die sind in Österreich von November bis April sowieso Pflicht. Schneeketten haben wir nicht gebraucht, aber mitgenommen.

Stellplatz direkt am Skigebiet: Es gibt einen Parkplatz am Talende, auf dem Camper geduldet werden. Keine offizielle Campingfläche, aber im Winter standen wir problemlos. Kosten: 0 €. Strom: keiner. Das ist der Deal.

Übernachten bei -12 Grad – so geht das

Hier kommt der Teil, bei dem die meisten fragen: „Und? War das nicht saukalt?“

Ja. Natürlich.

Unser Kastenwagen hat eine Dieselheizung (Webasto), und die hat die Nacht auf 19 Grad gehalten – während draußen -12 °C waren. Verbrauch: etwa 0,8–1 Liter pro Nacht. Das ist überschaubar.

  • Wasserleitung: Wir fahren im Winter ohne Frischwasser im Tank. Kanister rein, Kanister raus. So friert nichts ein.
  • Kondenswasser: Das größte Ärgernis beim Wintercamping. Lüften, lüften, lüften – auch wenn es wehtut.
  • Schlafsack: Auch mit Heizung – ein guter Schlafsack als Backup kostet nichts und schläft sich wärmer.

Skifahren im Lachtal – für wen ist das was?

Das Lachtal ist kein Ischgl. 25 Pistenkilometer, eine Gondel, ein paar Lifte. Für Freestyler oder Tiefschnee-Jäger ist das nichts. Aber für entspanntes Carven ohne Lift-Schlangen, für Familien, für alle, die einfach mal wieder Spaß auf der Piste haben wollen ohne das ganze Tamtam – ideal.

Tageskarte: rund 38–42 € (Stand 2025). Wochenkarte deutlich günstiger als in den großen Skigebieten.

Ein Geheimtipp: Die Piste 3 (blau, links) ist morgens oft perfekt präpariert und bis 10 Uhr fast menschenleer.

Verpflegung & Infrastruktur

Einkaufen: Im Tal selbst gibt es nichts. Nächster Spar ist in Murau (20 Minuten). Wir fahren eh mit vollgepacktem Kühlschrank an – das gehört beim Kastenwagen-Camping zum Konzept.

Duschen: Das Skigebiet hat Umkleiden. Nicht glamourös, aber funktional. Alternativ: Sporthotel am Talende fragt manchmal, manchmal nicht – einfach nett fragen.

Fazit: Lohnt es sich?

Ja. Eindeutig.

Nicht weil das Lachtal spektakulär ist. Sondern weil es genau das Richtige ist, wenn man Wintercamping ausprobieren will ohne gleich ins Extrem zu gehen. Überschaubar, günstig, ruhig – und die Stille auf dem Parkplatz um 7 Uhr morgens mit Kaffee in der Hand und Schnee auf dem Dach ist schwer zu toppen.

Wir kommen wieder.

Auf einen Blick

  • 📍 Lachtal, 8842 Katsch an der Mur, Steiermark
  • 🚐 Stellplatz: Parkplatz Talstation (kostenlos, kein Strom)
  • ⛷️ Tageskarte: ca. 38–42 €
  • 🌡️ Winter: Temperaturen bis -15 °C möglich
  • ✅ Dieselheizung empfohlen, Winterreifen Pflicht